Was jetzt alles noch passiert, weiß ich zwar schon längst - nicht zuletzt hab ich mich im Schweden-Urlaub 1989 für meine Mittelhochdeutsch-Prüfung mit dem Kram rumschlagen müssen -, aber Fritz Lang hat sicher noch ein paar cineastische Knaller für mich auf Lager.
Wenn ich aufgrund von all dem Orange und Overacting intellektuell schwächele, bringt die TV-Serienlandschaft derzeit gar zauberhafte Abwechslung. Bones! Hawaii Five-O! Und ich bin ganz verliebt in "White Collar". Sehr cool. Die Redakteurin der Süddeutschen schwelgte völlig zu Recht beim Start in verklärten Sphären wegen des wahrlich atemberaubend attraktiven Hauptdarstellers, der allein schon die wöchentlichen 40 Minuten wert ist. Ein Verbrecher mit Herz, der aus Angst um seine Liebste aus dem Gefängnis ausbricht, und dann ist er noch smart und lässig und mit kantigen Wangenknochen gesegnet und trägt schmale und höchst kleidsame Frank-Sinatra-Gedächtnishosen, die höchstwahrscheinlich nur den wenigsten Männern so gut stehen. Hach. Der FBI-Mann an seiner Seite ist aber auch ein Netter, selbst wenn sein Stern neben dem blauäugigen Frauentraum natürlich nicht ganz so hell strahlt. An seiner Seite wiederum gibt Tiffani Thiessen die liebende Gattin und sie macht das wirklich gut. Interessanterweise sieht ihr die Darstellerin der mysteriösen Kate (unbeabsichtigt?) äußerst ähnlich, was ich bereits in meinen Ausführungen zu "Percy Jackson" konstatiert habe.
Hoffentlich halten sie ein paar Staffeln durch bzw. hoffentlich halte ich ein paar Staffeln durch, ich bin ja in den letzten Jahren oft mal sehr schnell sehr gelangweilt von den Plots.
Aber eigentlich wollte ich von sinnfreiem Kino berichten, nämlich von "Atemlos", dem aktuellen Eben-Nicht-Twilight-Film mit Taylor Lautner. Die Geschichte ist schnell erzählt: Das bisher normale Leben eines High-School-Schülers (Lautner) ist schlagartig zu Ende, als sich herausstellt, dass seine Eltern nicht seine Eltern sind - trotzdem sterben sie den Heldentod (sic! s.o.) für ihn -, sein wahrer Vater ist dafür ein Spion, hinter dem wiederum ein Bösewicht her ist (der narbengesichtige Michael Nyqvist aus "Verblendung/-dammnis/-gebung"). Dem ob der überraschenden Umstände recht wackeren Buben, der sich gut 90 der 106 Minuten auf der Flucht vor wechselnden Personen befindet, zur Unterstützung stehen bereit die allzeit wunderbare Sigourney Weaver und die allzeit schmolllippige Lily Collins (Phils Tochter), deren Haare ebenfalls allzeit perfekt liegen, auch wenn sie durch einen reißenden Fluss geschwommen ist und die Nacht im Wald verbracht hat. Beneidenswert.
Ohne das Ende zu verraten: Wenn da mal kein 2. Teil kommt ...
Team Jacob füllte erwartungsgemäß zuverlässig die Reihen im Kino und war schon vom Vorfilm zu "Breaking Dawn/4.1" hoch erquickt, während mir als Frau im reiferen Alter eher bei "Moneyball" ein Seufzen entfleuchte (wiewohl Brad echt fertig aussieht, gute Güte, die anorektische Schabracke und die missratene Brut daheim scheinen ihn regelrecht aufzuzehren). Zuverlässig oft präsentiert Herr Lautner zudem seinen gestählten Oberkörper textilfrei, was ebenfalls bei einem Großteil der Anwesenden, nämlich dem weiblichen, zu hingerissener Schnappatmung und ekstatischem Gequietsche führte. Ich find's ja eher befremdlich, wenn kleine Buben schon über solcherart ausdefinierte Brust- und Oberarmmuskulatur verfügen, aber nun, er muss ja auch viel rennen und schwimmen und springen und dabei telefonieren und das Mädel mit sich mitzerren. Befremdlich obendrein, dass ein Junge seines Alters die komplette Apple-Home-IT-Palette selbstverständlich sein Eigen nennt - um alle Geräte allein in seinem Schlafzimmer gleichzeitig bedienen zu können, bräuchte er Arme so zahlreich wie Paul, der orakelnde WM-Krakerich.
Bekanntermaßen schmückt meine grüne Gefahr ein kindischer "Team-Edward"-Aufkleber und ich bin nach dem, äh, Genuss von "Atemlos" auch immer noch der Meinung, dass der ewig zerzauste Herr Pattinson das mit dem Schauspielen deutlich besser drauf hat als unser Hobby-Indianer-Schrägstrich-Werwolf. Um nicht zu sagen, ich hätte nicht gedacht, dass es allen Ernstes einen Schauspieler gibt, der zwar einen ähnlich zart gebräunten Teint hat wie Keanu, aber unglaublicherweise noch weniger Gesichtsausdrücke als Letzterer. Tut mir leid, Mädels, aber Taylors darstellerische Bandbreite an Emotionen ist arg überschaubar.
Als leichte Abendunterhaltung war der Film jedoch durchaus geeignet. Ist ja schon mal was. Und vielleicht trainiert der junge Mann künftig auch mal die Muskulatur im Gesicht und nicht nur am Körper - wer weiß, was uns dann noch alles erwartet ...
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