Mittwoch, 19. November 2008

Was vom Germanistikstudium übrig blieb ...

Ausnahmsweise sah mein Frühstück heute mal nicht so aus

(Schale mit Hafer-/Dinkelflocken nicht im Bild)

sondern deutlich opulenter - Dank an dieser Stelle auch dem freundlichen O-Saft-Spender und Gesellschaft-Leister!

Die Mengen an zucker- und kohlenhydratreichen Lebensmitteln haben unsere Unterhaltung wahrlich beflügelt, wenn auch in gänzlich unintellektueller Richtung. Hab ich zehn Jahre lang Germanistik studiert, damit ich hernach immer noch hohe Literatur konsumieren muss? Also kreiste das Gespräch im Gegensatz zum seriösen Leseprogramm der book pistols nach acht brav geteilten Eszet-Schnitten Vollmilch-Nuss (Kauftipp! Schmeckt noch so köstlich wie früher! Ehrlich!) irgendwann um die literarischen (?) Ergüsse von Frau Diana Gabaldon.

Deren Meisterwerke aus der extraschwülstigen Ecke/Abteilung 'historische Romane' hat mir vor einigen Jahren eine Bekannte als echten Knaller präsentiert, um nicht zu sagen mit der Aufforderung "Das musst du lesen!" - was ich von solchen Befehlen halte, siehe hier.

So erhielt ich eine wortreiche Beschreibung, wie sich die Heldin, eine von der Krankenschwester zur Heilerin (??) mutierte und selbstverständlich hinreißende Person, nach einem dramatischen Hopser im Zeit-Raum-Kontinuum in Richtung schottische Freiheitskämpfe kongenial mit Kräutern und Gräsern behilft, wenn beispielsweise bei den tapferen, aber ziemlich mitgenommenen Recken Herz-Lungen-Transplantationen oder so durchgeführt werden müssen. Und dass es überhaupt unvergleichlich spannend geschrieben sei.

Ich mag nur leider keine historischen Romane (mehr), also hatte ich den überlangen Bericht zügig wieder vergessen, bis mir meine Freundin Katja restlos belustigt von einem Roman erzählte, in dem die männliche Hauptfigur Jamie so überirdisch hübsch, groß, rothaarig und multilingual ist - schon klar, der schottische Freiheitskämpfer an sich spricht ja mindestens Latein und Französisch! -, dass die Ohren schlackern. Gleichzeitig ist er stürmisch und leidenschaftlich und rettet seine Herzensdame praktisch ununterbrochen und geradezu verbissen zuverlässig - und zwischen den alle paar Seiten erfolgten Gefangennahmen mit anschließendem Befreiungsschlag kommt es selbstverständlich stets sofort zum Ihr-wisst-schon-was zwischen dem tapferen Recken und der Heilerin. In Kombination sei das Buch drum die reinste Ihr-wisst-schon-was-Vorlage. Fazit: Auf keinen Fall gebraucht kaufen! Irgs.

Ich bin dann doch neugierig geworden, wegen der Dicke des Buchs aber gleichzeitig nicht neugierig genug, um es zu lesen, also hab ich mir das Hörbuch zugelegt. Und beim Hören fiel mir wieder die erstbeschriebene Zusammenfassung ein und ich musste im Nachhinein ein Stündchen vor mich hin grinsen. Da hatte die Gute aber einige sehr pikante Details ausgespart - was im Grunde nicht möglich ist, da die Protagonisten schon in der gekürzten Fassung dauernd in der Waagerechten miteinander zugange sind und gelegentlich auch in der Senkrechten - hatte ich erwähnt, dass Jamie neben all seinen hervorragenden Eigenschaften zudem überaus athletisch ist? Irgendwann konnte ich ob der Häufung die Sprecherin beim Lesen buchstäblich süffisant lächeln hören.

Ob die hochdramatische Geschichte jemals verfilmt wird? Doch wer sollte den göttergleichen Jamie spielen? Vielleicht jemand aus der aktuellen Sexiest-man-alive-Liste von People? Wenn diese Jungs hier nur halbwegs bei Verstand sind, lehnen sie hoffentlich dankend ab ...

1 Kommentare:

Kid Malicious hat gesagt…

Der Handlungsablauf gestaltet sich wie folgt: Beischlaf, Streit, weglaufen, gefangen werden, befreit werden, Beischlaf, Streit, Weglaufen, gefangen werden, befreit werden, Beischlaf usw. Öde!