Obwohl: Wichtig ist ja - nicht nur in Roland-Emmerich-Filmen -, dass Kinder, Hunde und die Hauptfigur (s.o.) am Ende noch in einen Sonnenunter-/-aufgang blicken können. Apropos Sonne: Die ist am Ende von "2012" wenigstens noch da, was an ein Wunder grenzt, wenn man bedenkt, dass vorher praktisch unser ganzer Planet zerlegt wird. Gute Güte, dieses Mal lässt Emmerich wirklich nichts aus, es geht echt alles kaputt: Seine Wahlheimat USA bröselt es dank Erdbeben, Spontankratern und Vulkanausbrüchen komplett auseinander und dann donnern über die traurigen Reste auch noch Tsunamis, Nord- und Südpol tauschen (?) gleich ganz die Position usw. usf.
Und die ganze Misere haben die Maya schon vor Urzeiten vorhergesagt, hört, hört. Ich persönlich würde ja nicht allzu viel darauf geben, was ein Volk sagt, das den eigenen Untergang anscheinend nicht mal hat kommen sehen - könnte ja sein, dass sie deswegen bissi motzkopfig waren und dem Rest der Menschheit dann eben das Überleben auch nicht gönnen. Andererseits erhitzt sich der Erdkern trotzdem, zumindest in Emmerichs 200-Millionen-Dollar-Filmuniversum. Hmmm.
Kurios ist jedenfalls, dass es ausgerechnet nur die emsigen, unterbezahlten Chinesen in drei Jahren schaffen, eine Handvoll gigantischer Archen zu bauen mit allem Pipapo, aber eben auch nicht so perfekt, dass dabei, nur weil sich ein lumpiges Stück Plastik in einer Ritze verhakt, gleich die ganze riesige Tür nicht mehr zugeht.
Um ein weiteres Klischee zu bedienen, ist der russische Multimilliardär natürlich ein ehemaliger Boxer, natürlich hat er eine deutlich jüngere Mieze an seiner Seite, die wiederum natürlich chirurgisch aufgehübscht daherstöckelt und natürlich blond ist. Und natürlich hat er zwei missratene Söhne mit einem Sympathiefaktor ungefähr auf der Höhe von Crabbe und Goyle. Erstaunlich, dass die beiden überleben, die Blondine aber nicht. Das hab ich auch technisch nicht verstanden: Die kleine Tochter im vorderen Schott kommt durch und die tibetisch-cusackische Truppe im hinteren Schott - aber im Schott dazwischen steigt das Wasser am schnellsten? Wieder so ein Hollywood-Mysterium? Oder liegt's daran, dass Blondie moralisch verdorben ist (sie hatte nämlich heimlich was mit dem Leibwächter) und gar den bösen Finger zeigt?
Was mir am Ende definitiv gefehlt hat, war die Taube mit dem Ölzweig im Schnabel. Okay, damals zu Noahs Zeiten gab's noch keine Satelliten, aber so als Bild wäre das doch trotzdem einfach zauberhaft gewesen ...

