Freitag, 20. November 2009

Gordon, nimm meine Hand!

Oweh, beesi Gschicht! Wenn in einem Katastrophenfilm die Hauptfigur - zumal wenn sie so hinreißend dackeläugig daherkommt wie der wunderbare John Cusack - einem irgendwo an einem Abhang/Gebäude herumbaumelnden Mitschauspieler, der nicht von Beginn an durch und durch als Sympathieträger fungiert, diesen Satz zuruft, kann sich das Publikum eigentlich schon von dem armen Kerl verabschieden. Schad drum in "2012", wo o.g. Gordon, der neue Mann im Haus der Exfrau, schließlich wenige Minuten vorher noch eine Boeing ohne Benzin, aber dafür mit brennenden Triebwerken im wahrlich unwirtlichen Himalaja zu landen mitgeholfen hat!

Obwohl: Wichtig ist ja - nicht nur in Roland-Emmerich-Filmen -, dass Kinder, Hunde und die Hauptfigur (s.o.) am Ende noch in einen Sonnenunter-/-aufgang blicken können. Apropos Sonne: Die ist am Ende von "2012" wenigstens noch da, was an ein Wunder grenzt, wenn man bedenkt, dass vorher praktisch unser ganzer Planet zerlegt wird. Gute Güte, dieses Mal lässt Emmerich wirklich nichts aus, es geht echt alles kaputt: Seine Wahlheimat USA bröselt es dank Erdbeben, Spontankratern und Vulkanausbrüchen komplett auseinander und dann donnern über die traurigen Reste auch noch Tsunamis, Nord- und Südpol tauschen (?) gleich ganz die Position usw. usf.

Und die ganze Misere haben die Maya schon vor Urzeiten vorhergesagt, hört, hört. Ich persönlich würde ja nicht allzu viel darauf geben, was ein Volk sagt, das den eigenen Untergang anscheinend nicht mal hat kommen sehen - könnte ja sein, dass sie deswegen bissi motzkopfig waren und dem Rest der Menschheit dann eben das Überleben auch nicht gönnen. Andererseits erhitzt sich der Erdkern trotzdem, zumindest in Emmerichs 200-Millionen-Dollar-Filmuniversum. Hmmm.

Kurios ist jedenfalls, dass es ausgerechnet nur die emsigen, unterbezahlten Chinesen in drei Jahren schaffen, eine Handvoll gigantischer Archen zu bauen mit allem Pipapo, aber eben auch nicht so perfekt, dass dabei, nur weil sich ein lumpiges Stück Plastik in einer Ritze verhakt, gleich die ganze riesige Tür nicht mehr zugeht.

Um ein weiteres Klischee zu bedienen, ist der russische Multimilliardär natürlich ein ehemaliger Boxer, natürlich hat er eine deutlich jüngere Mieze an seiner Seite, die wiederum natürlich chirurgisch aufgehübscht daherstöckelt und natürlich blond ist. Und natürlich hat er zwei missratene Söhne mit einem Sympathiefaktor ungefähr auf der Höhe von Crabbe und Goyle. Erstaunlich, dass die beiden überleben, die Blondine aber nicht. Das hab ich auch technisch nicht verstanden: Die kleine Tochter im vorderen Schott kommt durch und die tibetisch-cusackische Truppe im hinteren Schott - aber im Schott dazwischen steigt das Wasser am schnellsten? Wieder so ein Hollywood-Mysterium? Oder liegt's daran, dass Blondie moralisch verdorben ist (sie hatte nämlich heimlich was mit dem Leibwächter) und gar den bösen Finger zeigt?

Was mir am Ende definitiv gefehlt hat, war die Taube mit dem Ölzweig im Schnabel. Okay, damals zu Noahs Zeiten gab's noch keine Satelliten, aber so als Bild wäre das doch trotzdem einfach zauberhaft gewesen ...

Montag, 16. November 2009

Nur drei kleine Buchstaben

Preisfrage: Wie wird aus dem grottenschlechten Schweiger ein guter Schauspieler? Ganz einfach - man ergänze seinen Namen um die drei Buchstaben H, Ö und F. Und schwupps haben wir den zauberhaften Herrn Schweighöfer, tataaa.

Das Erste, was ich vor einiger Zeit von diesem engelsblondgelockten Ossi bewusst wahrgenommen habe, war allerdings grad eben nicht das engelsblondgelockte Haar mit dem schlaksigen Körper darunter, sondern seine Stimme, diese leicht atemlose, leicht berlinernde (?), leicht schnoddrige und gleichzeitig so mächtig sexy daherkommende Stimme, die er Herrn Soundso lieh, dem Besitzer der freundlichen Schildkröte Meene Kleene auf der gleichnamigen CD (als Unterstützung für den Verein Junge Helden). Die hatte ich ja eigentlich wegen Jürgen Vogel gekauft, der ebenfalls einen kleinen Text vorträgt - und wie ihm (trotz "Schillerstraße", grrrr) bin ich seit dem Zuhören auch dem wunderbaren Matthias verfallen!

Richtig viele Filme, in denen er mittut, habe ich noch gar nicht gesehen seither, wenn ich so drüber nachdenke: "Keinohrhasen" halt (mit Todesverachtung), den "Roten Baron" (interessant besetzt, da er unter extremer Flugangst leidet), "Kammerflimmern" (Traumatisierte sollten nicht Skateboard fahren) und das Marcel-Reich-Ranicki-Biopic (da mal nicht als blonder Engel). Und dieser Tage habe ich mich durch "Ein spätes Mädchen" durchgequält. Himmel, war das langweilig. (Ich als Betroffene kann mir rausnehmen, das so negativ zu beurteilen, haha.) Warum nur sind deutsche Filme oft so schrecklich anstrengend anzusehen? Fritzi Haberlandt hat für ihre Rolle sogar einen Preis gewonnen - welche Jury wählt das bloß aus? Sind sie alle während der Vorführung eingeschlafen und hinterher hat sich das niemand zu gestehen getraut und dann hat irgendwer ihren Namen eingeworfen und alle riefen "Oh ja, ja, genau, die war sooo toholl!"? Ich sag's ganz offen: Nach einer Stunde hab ich's aufgegeben, mir dieses bemühte, im Cineastensprech wahrscheinlich als atmosphärisch dicht bezeichnete Gegurke weiterhin live anzugucken - an der Stelle erneut mein Dank dem Schöpfer der Schnellvorspulfunktion.

Aber dafür hab ich mit offenem Mund den "Schönen Verhältnissen" von Edward St. Aubyn sowie "Slam" von Nick Hornby gelauscht. Ganz wunderbar gelesen. Und in "Zimmer frei" hat Matthias Frau Westermann auch ruckzuck für sich eingenommen (sie hatte jedenfalls dasselbe entrückte Lächeln wie damals bei Sasha). Sogar Götzimausi schien begeistert - Gäste, die sich selbst das Klavierspielen beibringen, kommen ja auch wahrlich nicht alle Tage! Schade nur, dass er sein selbstgeschriebenes und -komponiertes Lied auf Englisch sang, das hat mich dann doch erstaunt. Aber einen kleinen Fehler (bzw. zwei - er hat leider einige mir sehr unsympathische Freunde, ich sag nur Tom Gruse[l]!) darf der Mann ja auch haben, wenn er ansonsten so perfekt ist ...

Donnerstag, 12. November 2009

Aus aktuellem Anlass

So tragisch das ist: Denkt vielleicht auch mal jemand an den Zugführer, der - als komplett Unbeteiligter an der seelischen Misere eines ihm völlig Fremden! - absolut nichts tun konnte und wahrscheinlich fix und fertig ist? Bei diesem Thema werde ich echt wütend. Und werd's nie verstehen, warum dann immer andere mit hineingezogen werden müssen, wenn ein Mensch befindet, dass es für ihn allein (!) keinen anderen Ausweg gibt ...

Freitag, 6. November 2009

Da ist alles gesagt

Brits do it better

Hatte ich nicht grad jüngst lamentiert, dass es sich in Sachen TV-Serie momentan nur noch lohnt, "Bones" zu gucken? Stimmt gar nicht, denn Rettung naht - ausgerechnet von der Insel! Obwohl: So wie man den Tag nicht vor dem Abend loben soll, sollte man vielleicht auch nicht die Serie vor der sagenwirmal 5. Folge loben ...

Immer wieder witzig finde ich es ja, wenn vor Filmen/Serien, die irgendwann am späteren Abend kommen, dieser extrem angsteinflößende Hinweis "Diese Sendung ist für Zuschauer (aha, also nur die männlichen Jugendlichen sind gemeint!) unter 16 Jahren nicht geeignet." eingeblendet wird. Fehlt nur noch "Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Bildungsminister oder die örtliche Polizei."! Im Ernst: Bei Unter-16-Jährigen, die an einem Dienstagabend nach 23 Uhr noch vor der Glotze hängen, ist doch eh schon Hopfen und Malz verloren - wozu also die 'Warnung'?!

Nicht geeignet für diese jungen Leute, um die sich tagsüber sonst jeder Sender bis aufs Messer bekämpft, ist nach dem Dafürhalten des Seniorensenders ZDF die neue BBC-Krimiserie "Spooks", wie gewohnt mit einem extradämlichen deutschen Zusatz "Im Visier des MI5". Deswegen muss "Bones" ja auch um ein schnarchiges "Die Knochenjägerin" ergänzt werden. Andererseits können wir in letzterem Fall noch froh sein, dass siehe Doktor McCoy nicht gleich noch eine "Pille" aus ihr gemacht wurde!

Ich mochte britische Serien schon immer ganz gern, wobei die Bandbreite von "5 Freunde ..." über "Der Doktor und das liebe Vieh" (das war sogar noch vor meiner Wagner-Begeisterung) und "Das Haus am Eaton Place" (so bourgeois das auch war) bis zu den "Profis" (da hatte Butler Hudson ja dann endlich den Aufstieg von der Holzklasse in die Führungsebene geschafft) reichte.

Allen gemein war eine gewisse Farblosigkeit, als würde permanent eine Art Grauschleier über dem Kameraobjektiv liegen.

"Spooks" kommt auch mit weniger Farbe aus, aber spannend war es durchaus. Die Hauptfigur sieht aus wie ein etwas milchbubiger Eton-Abschlussklassenschüler - der aber über so eine Art dunkles Geheimnis verfügt, schließlich verbirgt er sein wahres (Spion-)Gesicht seiner neuen Freundin gegenüber und gibt sich (ausgerechnet!) als IT-Troubleshooter aus -, seine Mitarbeiter scheinen die richtige Mischung im Spektrum normal bis durchgeknallt abzubilden und der 1. Fall war sogar von transatlantischem Belang: Radikale US-Abtreibungsgegnerin macht mit ortsansässiger Unterstützung Jagd auf englische Ärzte, die für die in ihren Augen falsche Form von Familienplanung eintreten. Das MI5-Team ist der Todesschwester relativ schnell auf den Fersen - sogar ohne sich dauernd in Teepausen zu verabschieden - und so wird sie natürlich bis zum Ende der knapp 50 Minuten erfolgreich zur Strecke gebracht.

Kleiner Wermutstropfen: Das Teil hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel und zieht kurz vor Mitternacht garantiert keine Massen an den Bildschirm - auch wenn das klassische ZDF-Publikum (s.o.) ja nicht mehr so viel Schlaf braucht, mit Verlaub. Aber das Ganze lässt sich jenseits von sonstiger action-lastiger Secret-Service-Party-Atmo ganz gut an. Mal sehen, wie's weitergeht ...

Mittwoch, 28. Oktober 2009

Werbung des Tages (4)

Montag, 26. Oktober 2009

Rache fürs Fahrradklauen?

Wunderbar!



Für so einen verkniffen beherrschten Gesichtsausdruck müssen andere lange üben! Volker Pispers ist sicher hochbegeistert ...